Ausmessen · · 6 Min. Lesezeit

Wie misst du einen Raum aus? 8 Schritte zum Grundriss

Ein guter Grundriss beginnt mit genauen Maßen. In welcher Reihenfolge du deine Wohnung mit Maßband, Papier und Stift ausmisst, worauf du achten solltest und welche Fehler am häufigsten passieren.

Was brauchst du?

1. Zeichne zuerst eine grobe Skizze

Bevor du das Maßband in die Hand nimmst, zeichne die Wohnung ohne Maßstab auf Papier: Räume, Türen, Fenster, grob an ihrer Stelle. Gib jeder Wand einen Buchstaben (A, B, C …). Die Maße schreibst du später in diese Skizze; so verwechselst du nicht, welche Zahl zu welcher Wand gehört.

2. Miss die Wandlängen

Miss jede Wand von Ecke zu Ecke, knapp über dem Boden. Das Maßband sollte straff und parallel zur Wand verlaufen; ein durchhängendes Band ergibt ein paar Zentimeter zu viel. Steht ein Schrank oder Sofa davor, miss die Wand in Abschnitten: Ecke bis Fenster, Fensterbreite, Fenster bis Ecke. Die Summe der Abschnitte ergibt die Wandlänge.

Schreib die Maße in Zentimetern auf: nicht 4,20 m, sondern 420 cm. Miss gegenüberliegende Wände einzeln; in Altbauten sind ein paar Zentimeter Unterschied zwischen beiden nichts Ungewöhnliches.

A · 420 cm 140120160 B · 360 cm 30Tür 90 Diagonale 553 Fenster · Brüstung 90 RAUM · 15,12 m²
Beispielskizze: ein Raum mit 420 × 360 cm. Sind beide Diagonalen 553 cm lang, ist der Raum rechtwinklig. Tür und Fenster werden von der nächstgelegenen Ecke aus gemessen.

3. Prüfe den rechten Winkel mit den Diagonalen

In einem rechteckigen Raum müssen beide Diagonalen gleich lang sein. Miss zweimal von einer Ecke zur gegenüberliegenden. Im Beispielraum mit 420 × 360 cm ergibt die Diagonale etwa 553 cm (√(420² + 360²)). Weichen die beiden Diagonalen um mehr als ein paar Zentimeter voneinander ab, ist der Raum nicht ganz rechtwinklig. Wenn du das weißt, erlebst du keine Überraschungen, vor allem bei allem, was direkt an der Wand sitzt, wie Küchenarbeitsplatte und Einbauschrank.

4. Miss die Wandstärke an der Tür

Am einfachsten siehst du die Wandstärke in der Türöffnung: Miss von einer Seite der Zarge zur anderen. Innenwände sind meist 10–15 cm dick, Außenwände je nach Dämmung meist 20–35 cm. Aber schätz nicht, miss nach: Erst die Wandstärken verbinden die Innenmaße der Räume mit dem Außenmaß der Wohnung.

5. Miss Türen und Fenster samt Lage

Bei Türen und Fenstern reicht die Breite allein nicht, du brauchst auch ihre Lage. Für jedes Element:

Die Öffnungsrichtung der Tür wird bei der Möbelplanung am häufigsten vergessen: Wo der Türflügel beim Öffnen entlangschwenkt, kannst du keinen Schrank und kein Bett hinstellen.

6. Raumhöhe und Vorsprünge

Miss die Raumhöhe an mehreren Stellen im Raum. Gibt es einen Unterzug, einen Stützenvorsprung oder eine abgehängte Decke, trag Lage und Maß in die Skizze ein. Bei Oberschränken, Vorhangschienen und hohen Kleiderschränken sind diese Maße entscheidend.

7. Markiere feste Punkte

Trag alles in die Skizze ein, was sich nicht verschieben lässt: Stützen, Schornstein, Heizkörper, Therme, Sicherungskasten, Steckdosen und Schalter. In Küche und Bad ist die Lage der Wasser- und Abwasseranschlüsse besonders wichtig; Arbeitsplatte, Waschbecken und WC lassen sich nur in ihrer Nähe aufstellen.

8. In den Grundriss übertragen und prüfen

Wenn alle Maße stehen, geht es an den Grundriss. In Nodaform wählst du das Wandwerkzeug (W), zeigst die Richtung, tippst die Länge ein und drückst Enter; die Wand wird maßgenau gezeichnet. Sobald der Raum geschlossen ist, wird seine Fläche automatisch berechnet. Das ist auch eine gute Kontrolle deiner Maße: Hast du gegenüberliegende Wände unterschiedlich gemessen, siehst du das sofort, wenn sich der Grundriss schließt.

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Häufige Fehler

Checkliste

Diese Maße reichen für Raumaufteilung, Möbel und Renovierungsideen. Für Baugenehmigung, Statik oder Ausführungsplanung sind Aufmaß und Freigabe durch zugelassene Architekten und Ingenieure nötig.

FAQ

Häufige Fragen

Laser-Entfernungsmesser oder Maßband?

Beides geht. Mit dem Laser misst du lange Wände leichter allein; das Maßband ist bei kurzen Abschnitten, an Verkleidungen und bei der Wandstärke praktischer. Für die meisten Wohnungen reicht ein 5-Meter-Maßband.

In welcher Einheit soll ich die Maße notieren?

In Zentimetern. Meter und Zentimeter zu verwechseln ist der häufigste Fehler; wenn du alles in cm schreibst, kommst du bei 4,20 und 420 nicht durcheinander.

Was tun, wenn die Diagonalen nicht übereinstimmen?

Ein paar Zentimeter Unterschied sind in Altbauten normal. Ist der Unterschied groß, ist der Raum nicht ganz rechtwinklig; behalte das beim Zeichnen im Kopf und plane bei Möbeln an der Wand wie Schränken und Küchenarbeitsplatten den Spielraum nach der kürzesten Wand.

Reichen diese Maße für eine Baugenehmigung oder Ausführungsplanung?

Nein. Diese Maße reichen für Raumaufteilung, Möbel und Renovierungsideen. Für Baugenehmigung, Statik oder Ausführungsplanung sind Aufmaß und Freigabe durch zugelassene Architekten und Ingenieure nötig.